Bücher im Schuber – mittlerweile Sammlerstücke

Mit großer Freude kann ich am Ende des Jahres 2014 mitteilen, daß fast alle unsere Bücher im Schuber bis auf wenige Exemplare vergriffen sind. Herzlichen Dank sagt Ihre Familie Kirchschlager!

Einige Exemplare – also reine Liebhaberstücke – bieten wir nur noch über unsere verlagseigenen Internetshops bei www.verlag-kirchschlager.de oder www.amazon.de an.

Als nächstes Buch im Schuber ist die Festschrift zur 750 Jahrfeier zum Stadtrecht von Arnstadt in Thüringen geplant. Wir informieren Sie rechtzeitig über das Subskriptionsverfahren und die limitierte Auflagenhöhe.

Thüringens Innenminister Jörg Geibert am Stand des Verlags Kirchschlager auf der Leipziger Buchmesse 2012

Schon oft fanden Thüringer Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker auf Buchmessen zu unserem Stand. Umso erfreuter waren wir, daß es in diesem Jahr kein Geringerer als der Herr Innenminister Jörg Geibert (CDU) war. Den Herrn Minister interessierten neben unseren kriminalhistorischen Sachbüchern besonders die hochwertigen Bücher im Schuber. Ganz oben stand unser Kochbuch der Johanne Leonhard in seiner Gunst, denn der Herr Minister ist ein Hobbykoch!

Verlagskollege Helmut Stadeler, Gabriele Kirchschlager, Innenminister Jörg Geiber

Verlagskollege Helmut Stadeler, Gabriele Kirchschlager, Innenminister Jörg Geibert und Michael Kirchschlager im Gespräch über die zahlreichen Zubereitungsarten des Originalen Thüringer Kloßes. Hierbei verriet der Herr Innenminister, daß er sich erst kürzlich eine Handreibe zugelegt hat. "Von Hand ist von Hand" versicherte auch Verlagskollege Helmut Stadeler. Meine Mutter, eine erfahrene "Kloßfrau", stimmte den Herren uneingeschränkt zu.

Wir hoffen, dem Herrn Innenminister gelingt das Nachkochen der Original Thüringer (also rohen) Kartoffelklöße und sagen ihm hiermit ein herzliches Dankeschön für seinen Besuch.

Das Thüringer Koch- und Backbuch der Johanne Leonhard aus Arnstadt (1842)

Seit Dezember 2010 befindet sich ein kulturgeschichtlich höchst interessantes Kochbuch im Besitz der Familie Sabine und Jörg Becker, Holzhausen. Sabine Becker führt das Gast- und Logierhaus „Goldene Henne“, welches auf eine über 400jährige Tradition und Geschichte zurückblicken kann.

Das Original-Kochbuch (“Koch Buch. v J. Leonhard. 1842.”), das im Verlag Kirchschlager als kommentierter Hardcover im Schuber in einer limitierten Ausgabe erschien, ist ein fadengeheftetes zweibündiges Koch- und Backbuch in braunem Halbleder und braunem, strukturiertem und gemustertem Pappband und hat insgesamt 154 Seiten. Man kann davon ausgehen, daß Johanne Leonhard die Masse der Rezepte selbst in ihr Kochbuch eingeschrieben hat. Andere Handschriften verweisen auf zeitnahe, aber auch deutlich spätere Schreiberinnen.

Das Kochbuch besitzt, wie alle handschriftlichen Kochbücher, viele charakteristische Eigenheiten. Über die Verfasserin des Kochbuches, Johanne Henriette Leonhard (1821 bis 1855), wissen wir bis auf einige genealogische Angaben aus Arnstädter Kirchenbüchern der Evangelisch-lutherischen Gemeinde wenig. Sie selbst autorisiert ihr Kochbuch auf dem Bucheinband mit „J. Leonhard“.

Ihr vollständiger Name lautet Johanne Henriette Leonhard, geborene Trincks/ Trinks. Sie wurde am 13. Mai 1821 geboren starb am 14. November 1855. Johanne Leonhard gebar acht Kinder, was damals nicht ungewöhnlich war. Die Leonhard(t)s dürften zum mittleren Bürgertum gezählt haben, worauf auch die Namen aus ihrem Umkreis im Kochbuch hindeuten (Frau Rätin Schubert, Frau Diakonin Umbreit, Gastwirt Lämmerhirt, Madam Lucas, Madame John usw.). Ein Ökonom war ein Landwirt, das erklärt auch die Möglichkeit, verschwenderisch mit Butter, Mehl und Milch umgehen zu können.

Das handschriftliche Koch- und Backbuch der Johanne Leonhard reflektiert sicher nicht die gesamte Breite der Koch- und Backkünste der Verfasserin, worauf z. B. das Fehlen zahlreicher Geflügel-, Wild-, Fisch-, und anderer Fleischspeisen hindeutet. Die Backrezepte sind eindeutig in der Überzahl. In der Familie des Fleischhauermeisters Trincks dürften Fleischgerichte an der Tagesordnung gewesen sein.

Von besonderem Interesse sind die namentlichen Angaben zu einzelnen Rezepten, die kultur-, sozial- und gesellschaftsgeschichtliche Einblicke gewähren. Madam John, die Mutter oder die Tante, unserer Schriftstellerin Eugenie John-Marlitt steuerte ein Rezept für Leipziger Kuchen bei. Zudem überliefert sie das bisher zwei der ältesten Rezepte für Original Thüringer Klöße in einem thüringischen Kochbuch!

199. Rohe Kartoffelklöße

2 Metzen (zirka 7 Kg) Kartoffeln geschält gerieben und tüchtig gewässert dann das Mehl etwas beseitiget von 6 Nößel (3 Liter) Milch Brei (Griesmilch) gemacht von ¼ Pfund Gries den Schab damit gebrüht ¾ Pfund Speck 18 Pfennige Semmel (nach Bedarf abschätzen) darin gerößtet und in jeden Kloß die Semmel inwendig hinein gedrückt dann in wallendes Waßer gethan und eine halbe Stunde gekocht (ziehen lassen). Der Schab muß aber hübsch ausgepreßt werden.

200. Rohe Kartoffelklöße

1 Metze große Kartoffeln, geschält gerieben und tüchtig gewässert das Mehl etwas rausgewaschen. Von 3 Nösel Milch Brei gemacht für 1 Pfennig Gries den Schab damit gebrüht ¼ Pfund Speck 12 Pfennige Semmel darin geröstet. Die Klöße ins wallende Wasser gethan und eine halbe Stunde gekocht. Auf diese Masse bekommt man 10 große Klöße.

Johanne Leonhard hat ihr Koch- und Backbuch für den persönlichen Bedarf angelegt. Sie hatte nie im Sinn, ein professionell gegliedertes Kochbuch zu verfassen, vielmehr wollte sie das kleine Büchlein als wertvolle Gedankenstütze nutzen. Freuen wir uns, daß ihr Kochbuch von 1842 die Zeiten unbeschadet überstanden hat und freuen wir uns, daß sie uns so schöne Rezepte überliefert hat! Die bearbeitete Ausgabe kostet 18 Euro und kann im Arnstädter Buchhandel oder bei www.verlag-kirchschlager.de erworben werden.